Zeitzone: Europa/Berlin

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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Mittwoch 13. November 2013, 22:18 
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Ich wiederhole mich vermutlich, wenn ich sage, dass ein reiches und entwickeltes Land wie Deutschland den umstrittenen Mindestlohn nicht unbedingt nötig hat.
Es muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Arbeit etwas wert ist und das hier qualitative Arbeit geleistet wird. Diese Qualitätsarbeit hat doch vor allem dazu beigetragen, dass wir eines der reichsten Länder sind.
Aber irgendwann wird einem die Rechnung präsentiert. Und Symptome sind doch schon da: prekäre Beschäftigung mit Lohndumping, Aufstocken, Leih- und Zeitarbeit, die ihrer eigentlichen Intention nicht gerecht wird. Dazu haben wir jetzt schon eine hohe Zahl von Arbeitnehmern, die von Altersarmut betroffen sind oder es sein werden. Dazu kommt noch der demografische Wandel und dessen Folgeprobleme, etwa im Gesundheitssektor.
Da muss man sich doch auch nicht wundern, wenn der junge Akademiker von heute lieber keine Kinder mehr bekommt, weil er schon weiß, dass er erstmal vier Jahre unbezahlte Praktika macht und nach 1578 Bewerbungen eine befristete Teilzeitstelle bekommt, die mit 4,15€ pro Stunde vergütet wird. Leider musste er dafür nach München umziehen und seine 25m² Wohnung kostet 700€ im Monat. Das kann doch auf Dauer nicht funktionieren.

Es geht am Ende nur mit mehr sozialer Gerechtigkeit.


Freitag 23. September 2005, 18:56
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Donnerstag 14. November 2013, 19:54 
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Offensichtlich hat es einen Mindestlohn nötig, wenn soviele Menschen ohne staatliche Subvention Existenzprobleme bekommen.
Glaubst du wirklich du kannst einem perversen Verbrecher einreden er solle auf seine Mehreinnahmen verzichten? Bist du Batman oder so?


Samstag 20. November 2010, 17:53
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Donnerstag 14. November 2013, 21:20 
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Societät hat geschrieben:
Glaubst du wirklich du kannst einem perversen Verbrecher einreden er solle auf seine Mehreinnahmen verzichten? Bist du Batman oder so?


Nein und ja.


Freitag 23. September 2005, 18:56
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Freitag 15. November 2013, 19:31 
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Hey Kaylon,

ja hier im Museum wird nach Tarif bezahlt (ob sie müssen weiß ich grad ehrlich gesagt nicht xd), weitestegehend. Das ist dann aber meist E10 - E12 ( es sei denn du bist der Direktor dann bist du definitiv bei A und höher :) ). Da bleiben am Ende des Monats denn um 1600 - 2000 Netto. Die 3500€ Gehaltsvorstellungen bezogen sich auf Nettolohn :)
Das Problem ist, das komischerweise viele, die sich dort aus dem Kulturbereich (Kunsthistoriker, Historiker, Archäologen) etc. bewerben und vorher noch nicht wirklich in die Arbeitsrealität reingeschnuppert haben, denken, dass das ja ein sicherer Job ist und total easy und vor allem gut bezahlt.


Bei "Vitamin B ist nur hilfreich wenn man auch was drauf hat" kann ich jetzt mittlerweile einige Flachpfeifenbeispiele benennen. Nicht unbedingt aus dem Museum wo ich arbeite, aber auch hier gibt es auch Leute, die nur aufgrund von Vitamin B noch ihren Job erhalten bekommen. Im Normalfall, wenn ein Museum keine eigenen Personalgelder verwalten darf, ist es auch oft so, dass die Leute erst ein Volontariat (2 Jahre, etwa 1000€) machen, dann einen 2 Jahresvertrag bekommen und danach werden sie nicht weiter eingestellt, weil entweder die Gelder fehlen oder man Angst davor hat, die später fest einstellen zu müssen und dadurch steigende Gehälter auf das Amt zukommen.


Freitag 28. August 2009, 16:29
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Freitag 15. November 2013, 19:50 
Ach wie ist das doch schön in einem land zu leben in dem unternehmer perverse Verbrecher sind. Ich geh dann mal in den Keller und hau meinen Kopf so lange gegen die Wand bis ich dieses elend nicht mehr mitkriegen muss


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Freitag 15. November 2013, 20:33 
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Ob es zum *pieeep* kommt, obliegt ihr. Doch die große Gummisuche ist der totale Abturner. Also spiel den Fesselkünstler & verpack deinen Freund so schnell, wie es nur Superman könnte & so stilvoll wie James Bond...


Samstag 17. Februar 2007, 16:44
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Samstag 16. November 2013, 14:55 
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Tach, müssen wir uns dann Sorgen machen, wenn demnächst die NAchricht von einem eingestürzten Haus in Greifswald kommt? Überschrift: Greifswalder zerdeppert mit dem Kopf die Stützpfeiler eines Wohnhauses :)


Freitag 28. August 2009, 16:29
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Samstag 16. November 2013, 19:37 
:P


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Samstag 16. November 2013, 23:51 
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Meiner Meinung nach sind viele unserer "überschüßigen Akdademiker" eh nur Produkt der immer schlechter werdenden Bildungspolitik. Abitur wird mittlerweile immer weniger wert was die Prüfungen angeht und, da kommen wir wieder zu der bösen Aussage:

Wer komplett am Bedarf vorbei studiert ist teilweise auch selber Schuld.


Freitag 28. August 2009, 16:29
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Sonntag 17. November 2013, 09:19 
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dabei vergisst du aber, dass nicht jeder für die "bedarfsfächer" gemacht ist. ich selbst hätte kein mathe, informatik etc. studieren können. das liegt mir einfach nicht...

aber überhaupt davon zu sprechen, dass man am bedarf vorbeistudiert, ist in meinen augen eine so radikale und inhumane aussage, dass ich da kaum etwas zu zu sagen habe, außer dass mir schlecht wird... wir kommen nicht als arbeitsdrohnen auf die welt, die ihre rolle schon mit der geburt aufgebürdet bekommen haben... wir haben einen freien willen und sollten diesen auch stets nutzen und nutzen dürfen...

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Samstag 17. Februar 2007, 16:44
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Sonntag 17. November 2013, 10:15 
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ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen, mich nicht in die diskussion einzumischen, aber irgendwie kann ich es nicht bleiben lassen, weil mich diese wiederholte aussage "Wer komplett am Bedarf vorbei studiert ist teilweise auch selber Schuld." einfach nur aufregt.

mal davon abgesehen, dass man sich den beruf, den man die nächsten jahrzehnte auszuüben gedenkt, nicht nur nach seinen fähig- und fertigkeiten aussuchen sollte, sondern durchaus auch nach seinen neigungen - weil es einfach mal schwachsinn ist, täglich einer arbeit nachzugehen, die einen irgendwann in nicht allzu ferner zukunft sicherlich einfach nur noch ankotzt. aber dieses nach bedarf studieren funktioniert doch auch gar nicht immer!
bestes beispiel dafür sind die lehramtsfächer. da fängt man ein studium an, weil grade dringend lehrer einer bestimmten fachrichtung gesucht werden - und sobald man fertig ist, ist schon wieder was ganz anderes gefragt.
und das kann dir eben einfach bei jedem studiengang passieren.
im umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass es immer sein kann, dass du heute einen abschluss hast, der nicht gefragt ist - und nicht lange danach wird genau dein zweig wieder gesucht.

fazit: den bedarf sollte man nur bedingt als kriterium für seine berufs- und studienwahl heranziehen.

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Man muss viele Frösche küssen, um einen Prinzen zu finden. ;-)


Mittwoch 13. Juli 2005, 15:13
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Sonntag 17. November 2013, 17:11 
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Tach hat geschrieben:
Nein, der Effekt der Kaufkrafterhöhung ist marginal - und dass aus mehreren Gründen:

1. Aufstocker - viele derjenigen die im Niederiglohnsektor arbeiten sind Aufstocker - d.h. deren Lohnzuschuss wird ganz gefressen
2. Lohnsteuer und Krankenversicherung - gerade die Krankenversicheurngskosten steigen und damit bleibt wieder weniger netto vom brutto
3. Preissteigerung - als Unternehmer kann man sich das zusätzliche Geld nicht aus den Rippen schneiden (entgegen landläufiger Meinung sind die Meisten nicht die marxistisch karikierten Ausbeuterschweine, die es sich selber gutgehen lassen) - es ist also nur möglich dieses über Preissteigerungen wieder reinzuholen
4. Wie bei uns - Verlust von Arbeitsplätzen da einige Betriebe nur gerade so rentabel sind, damit höhere Gesamanzahl an Arbeitslosen und damit auch wieder weniger Kaufkraft

Die Lohnsteiegerungen werden daher kaum bei den Arbeitnehmern ankommen, sondern im Grunde handelt es sich um eine versteckte Steuererhöhung. Wenn es unter der Bedingung eingeführt wird, dass z.B. gleichzeitig der Mwtst Satz sinken würde oder der Eigenbehalt der Aufstocker größer werden würde, dann wäre es wieder plausibel. So wird es aber die ohnehin strukturschwache Region ganz erwürgen.


Ein paar Gegenargumente zu den Thesen vom Stammtisch:

zu 1) Oder umgekeht argumentiert fällt der Staatszuschuss weg.
zu 2) KV ist abgesehen von der 450€-Grenze ein proportionaler Tarif. LS macht sich im Niedriglohnsegment aufgrund des Freibetrags nicht bemerkbar.
zu 3) Unbestritten oder es muss eine Minderung der Unternehmerrente hingenommen werden.
zu 4) Falsches Geschäftsmodell dieser wenigen Betriebe, die scheinbar geringe Bedeutung für das GDP haben.

Zitat:
So dann will ich auch mal ausm Nähkästchen plaudern - um den Ausdruck aufzugreifen - für uns bedeutet die Einführung des Mindestlohns, dass wir die Hälfte alle Filialen zumachen werden und nur noch die sehr rentablen weiter betreiben (wir bezahlen derzeit zwischen 6.50 bis 7,50) - dass heisst dann dass dann ganze Menge Arbeitsplätze wegfallen.

Wenn die Läden so wenig abwerfen, dass Du keine Gehaltssteigerung von 1€ brutto zzgl. AG-Anteil kompensieren kannst, hättest Du die Läden vielleicht schon mal eher dicht machen sollen. In diesem Land bekommt auch echt jeder Hans-Wurst einen Gewerbeschein. :lol:


Samstag 12. Juli 2008, 17:07
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Montag 18. November 2013, 05:06 
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Menno, da wurde mein schöner Beitrag den ich grad mühselig verfasst habe vom Autologgout gelöscht -.-

Holla, natürlich sollte jeder versuchen soweit es geht Interessen/Neigungen mit dem Studienangebot zu kombinieren. Es mag eine radikale Aussage sein, das geb ich zu, was das angeht bin ich böser Realist. Wir sind keine Arbeitsdrohnen: Ja das stimmt! Wir haben einen freien Willen: Ja auch das stimmt! Wir sollten ihn nutzen können und dürfen: Ja vollkommen! Dann brauchen wir uns aber auch nicht darüber aufregen, wenn wir mit einem Studiengang, den entweder a) zu viele studieren oder b) bei dem bekannt ist, das die Arbeitssituation danach bescheiden ist, nicht direkt einen Arbeitsplatz finden. Wir haben alle einen freien Willen, aber wenn die Gesellschaft (und damit auch die Wirtschaft) mein Spezialgebiet nicht in der Masse braucht wie es Spezialisten in dem Fach gibt, ist das einfach Pech, Dummheit oder Naivität. Abgesehen davon kommt noch der Akademisierungswahn vieler Politiker hinzu, gut 50% Studienanfänger eines Abijahrganges sorgen für einen enormen Druck auf dem Arbeitsmarkt.

Wölchen, gleicher Anfang wie bei Holla: Bei der Berufswahl muss man auf Fähigkeiten, Fertigkeiten und Neigungen achten. Geh ich vollkommen mit bei deiner Aussage. Wie viele machen aber genau das? Gerade abseits der Akademiker?
Dein Beispiel kann ich bekräftigen: Ich studiere Lehramt und hab mich auch aus Idealismus für zwei Fächer entschieden, die mittlerweile nicht mehr in der Größenordnung verlangt werden. Ich hab mich aber auch schon von Beginn meines Studiums an mit dem Gedanken befasst, das eben das zutreffen kann und ich mir Alternativen überlegen muss. Viele meiner Mitstudenten im LABereich sind mittlerweile total dadrüber erschrocken das es ja mit dem 1. Staatsexamen danach doch wohl nicht so rosig aussieht. Nach 6,7,8,9, und noch mehr Semestern: Upps, ja und nun? Gar kein Plan B, ich wollte doch immer schon Lehrer werden und die Zeit bis zum Referendariat überbrücken würde ich niemals mit etwas anderem als Unterricht wollen. Mir fallen auf Anhieb auch 43 Examenskandidaten ein, die nun mitbekommen, das die Bewerbungsfirsten für das Referendariat ja total seltsam gelegt sind (und nur 2x im Jahr möglich sind und von Bundesland zu Bundesland total unterschiedliche Anforderungen gelegt sind) und/oder die eben nur in einem einzigen Bundesland das Referendariat machen wollen.
Natürlich sollte man versuchen seine Neigungen und Wünsche umzusetzen so gut es geht. Aber total ins Blaue hinein zu studieren um dann am Ende auf einmal komplett überrascht zu sein von der Realität finde ich, naja freundlich ausgedrückt: naiv! Das kann man sich leisten, wenn die Eltern oder die Familie einen finanziell unterstützen und man die Überbrückungszeit bis zum ersten Arbeitsplatz abgesichert ist. Mittlerweile kenn ich aber auch Studenten, die Höchstsatz BaföG bekommen und komplett am Bedarf vorbei studieren. Warum? Weil sie Fächerkombis im geisteswissenschaftlichen Bereich haben und sich darin nicht anstrengen. Leider Gottes gibt es nun mal sowas wie Konkurenz und die nimmt im Kulturbereich zu. Wenn ich dann Kunstgeschichte studiere und mich wunder, warum mich keiner mit ner 2,5 abwärts nimmt und nicht mal ein klein wenig kritisch darüber nachdenke. Dann tuts mir leid.
Entweder man ist finanziell so abgesichert, das man als Akademiker eben nicht in die Sozialhilfe rutscht oder man muss zunächst nehmen was kommt und sollte dann auch mal was sein, was man nicht unbedingt studiert hat aber dennoch leisten kann. Aus meinem Freundeskreis kenne ich ein paar Studenten, denen die Einsatzmöglichkeit ihres Studienganges vollkommen egal ist, hauptsache man kann das machen was man will. Nur leider bezahlen die Eltern dafür nicht, sondern der Staat und der steuerzahler. Fachkräfte brauchen wir, Akademiker auch. Was die Gesellschaft aber ganz deutlich macht, ist, dass auch Akademiker eben nicht mehr 100% abgesichert sind was Berufsmöglichkeiten angeht. Das ist mies, das schmeckt keinem, aber es ist eben so.
Gerade im Kulturbereich ist seit längerem abzusehen, dass da eine signifikante Veränderung, leider ins Negative, erfolgt und erfolgen wird.
Ich hab als Alternativlösung nun das Museum mit einer Festanstellungs- und Verbeamtungsoption. Museum, bzw. Archäologie/Geschichte, war vor dem Studium immer mein Wunschberufsbereich. Habe dann damals auch überlegt "Archäologiestudium Ja oder Nein?". Nach dem ich mich erkundigt habe wie die damaligen Berufschancen aussahen habe ich mich dagegen entschieden, weil weder meine Eltern noch meine Familie mir ein "in der Luft hängen nach dem Studium" finanziell erlauben können. Mit dem LA-Studium bin ich ehrlich gesagt auch nicht 100% zufrieden, weil ich die Ausbildung teilweise doch recht unzureichend finde. Aber ich freu mich dadrauf später auch an ner Schule arbeiten zu können, wenn ich denn einen Refplatz bekomme. Aus dem Museums-/Kulturbereich kann ich dir aber sagen, das die klassischen Studiengänge zu überlaufen sind und man mittlerweile Multitalente sucht, die nicht in den klassischen Denkweisen festgefahren sind. Die meisten Archäologen und Kunsthistoriker die sich bei uns für Posten bewerben werden selten länger als Projektbezogen eingestellt und danach wieder frei gegeben, weil sie in anderen Bereichen kaum bis mittelmäßig einsetzbar sind. Oftmals sind das fachliche und methodische Flachpfeifen die sich bewerben und hoffen mit null Wissen über die Ausstellungsthematik dennoch genommen zu werden. Kultururinstitutionen müssen immer stärker mit den knappen Geldern haushalten und suchen sich da dann natürlich die Bewerber raus, die ein annähernd perfektes Profil aufweisen. Da bringts mir nichts, wenn ich mal Archäologie studiert habe aber eigentlich nur in diesem Bereich arbeiten möchte und ja keine anderen Aufgaben übernehmen möchte. Leider muss man größere Flexibilität und vorallem Anpassungsfähigkeit (hierbei insbesondere: Fertigkeiten die einen Aneignungsprozess neuer Arbeitsfelder beschleunigen) mitbringen in immer mehr Berufen.
Fazit: Der Bedarf stellt nicht nur in der Wirtschaft eine stärker werdende Rolle als Kriterium. Auch wenns keinem Akademiker passt oder schmeckt.

MSC, jeder Hans-Wurst kriegt auch Unterstützung bei der eigenen "Unternehmensgründung" mit teils abstrusen Ideen ohne Finanzierungskonzept. :)

Holla, Wölkchen: Wenn ihr wollt reißt mir den Kopp ab und sagt mir wie böse und menschenverachtend ich doch bin.
Solange es aber Massen an Absolventen von "Brauchen wir gesellschaftlich/wirtschaftlich nicht in der Größenordnung Studiengängen gibt" und die betroffenen Studenten dann aus allen Wolken fallen, wenn sie auf einmal keinen Fuß in die Tür bekommen (welch ein Wunder) und solange es noch genug Studenten gibt, die sich keine Platte über die spätere Alternativen machen....solange stell ich mir die Frage, warum "am Bedarf vorbei studieren" eine böse menschenverachtende Meinung ist.
Ich bin durchaus Idealist und würde eine andere Realität der Arbeitswelt begrüßen, aber unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft schert sich nun mal nen Dreck um nicht sofort verwendbare Absolventen. Was da in der Arbeitswelt passiert ist mies. Niedriglöhne für Akademiker, schlechte Arbeitsmöglichkeiten etc. etc. sind großer Mist und problematisch. Aber bisher hab ich noch kein vernünftiges Konzept gesehen, das diese Misstände im Einklang mit Gesellschaft und Wirtschaft (und zum Nutzen aller) beheben kann.
Irgendwo im Inneren lebt mein Idealismus noch, bin aber mittlerweile aber soweit, dass ich (was die Gesamtsituation der Absolventen betrifft) Pessimist bin und mir nur noch für meine eigene berufliche Zukunft Realismus und Optimismus reserviere.


Freitag 28. August 2009, 16:29
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Dienstag 19. November 2013, 11:28 
Zitat:
Ein paar Gegenargumente zu den Thesen vom Stammtisch:
Wenn die Läden so wenig abwerfen, dass Du keine Gehaltssteigerung von 1€ brutto zzgl. AG-Anteil kompensieren kannst, hättest Du die Läden vielleicht schon mal eher dicht machen sollen. In diesem Land bekommt auch echt jeder Hans-Wurst einen Gewerbeschein. :lol

Ach jetzt wird die unterste Beschimpfungsschblade aufgemacht? Kleiner /Kleines, bau die erstmal was auf, dann reden wir weiter ... und was genau tragen deine "Gegenargumente" zu den Punkten bei, dass von dem Geld kaum was bei den Arbeitnehmern ankommt, sondern der Staat noch mehr kriegt als er ohnhin schon kriegt?

und wasabi - was soll denn der Blödsinn - im Gegensatz zu vielen Anderen hab ich keine Existenzgründungsunterstützung bezogen, sondern alles selber aufgebaut. Wenn ihr irgendwann in eurem Leben noch einmal selbständig seid, dann werdet ihr realisieren, dass ihr kaum für euch, sondern fast nur für den Staat arbeitet. Ein Buchhalter rechnet beim Einzehlhandel in etwa so (mit konkreten Zahlen und nicht mit den Fanatsiewerten eines Existenzgründungskonzeptes oder des BWL Studiums), dass wenn man alleine steht man eine Rendite von ca. 10% (also Sprich von 10 Euro kann man einen behalten, der unterliegt dann aber noch der Mwtst. wenn man etwas kauft - also bleiben einem ca. 80 cent - hinzu kommen noch sehr hohe Beiträge für Krankenversicherung usw.) hat - sobald man eine Verkäuferin hat, sinkt die Rendite auf ca. 2 bis 5% - und dann muss es auch noch eine Verkäuferin sein, die gute Umsätze generiert (was sehr selten ist). Ist es da nicht verständlich, wenn man sich gegen jede Form der Zusatzbesteuerung wehrt (was der Minbdestlohn effektiv ist)?

By the way - passend zum Thema http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 34351.html


Zuletzt geändert von Tach am Dienstag 19. November 2013, 14:56, insgesamt 1-mal geändert.

  
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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussion zu Unterstützung im Haushalt gesucht
BeitragVerfasst: Dienstag 19. November 2013, 12:54 
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Beiträge: 107
Tach, das man als Selbstständiger fast immer nur fürn Staat arbeitet ist mir bewusst, hab im Bekanntenkreis einige Selbstständige die auch ne super Arbeit hinlegen und trotzdem rudern müssen was das Geld angeht.
Gibt aber bei den Existenzgründerseminaren einige, bei denen keine vernünftige oder innovative Idee hintersteckt/kein richtiger Finanzierungsplan hinter steckt/abzusehen ist, dass das Ding innerhalb der nächsten Wochen danach pleite geht. Ich such noch mal ein paar Beispiele raus aus dem Seminar bei dem ich mit nem Kollegen war.
Ich hab höchsten Respekt für Kleinunternehmern weil das einfach mal eine Heidenarbeit für wenig Geld am Anfang ist. Es gibt aber auch genug "schwarze Schafe" die Unterstützung bekommen und nichts gebacken bekommen, weil die geistigen Fähigkeiten dafür einfach nicht ausreichen, ich rede hierbei nicht von Studenten oder Abiturienten die noch Grips im Kopp haben.


Freitag 28. August 2009, 16:29
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